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Bericht eines Unfallfahrers

"Es ist ein Abend wie jeder andere. Du und deine Freunde sitzen in einem Lokal und trinken ein paar Bier. Es wird Zeit in die Disco zu fahren und ihr überlegt euch ein Taxi zu rufen. Doch dann kommt ihr auf die Idee: die paar Kilometer kann doch einer von euch noch fahren, denn so betrunken seid ihr ja nicht. Da du mit deinem Auto am nächsten parkst, ist die Entscheidung nicht schwer. Du steigt ins Auto und sagst noch zu deinen Freunden: „Schnallt euch an, nicht dass wir aufgehalten werden.“ Du fährst los und drehst die Musik lauter - es ist ja Party Time. Doch nach ca. einem Kilometer ist alles anders.  

 

Du öffnest deine Augen nach einem Wimpernschlag und merkst, dass das Auto steht. Du hörst zwar den Motor, aber das Auto bewegt sich nicht. Langsam beginnst du zu realisieren, dass etwas nicht stimmt. Du schaust zu deiner Rechten und siehst, dass dein Freund kreideweiß und zitternd mit beiden Händen in seinen Sitz geklammert neben dir sitzt. Erschrocken drehst du dich um und merkst, dass du mit der hinteren Tür in einen Lichtmast gefahren bist und dass dein zweiter Freund bewusstlos und blutend auf der Rückbank liegt. Da merkst du erst, dass du einen Unfall verursacht hast. Wie und was genau passiert ist, an das kannst du dich nicht erinnern, aber du weißt, was deine Augen gesehen haben. Dir schwirren tausend Gedanken durch den Kopf und du weißt nicht, was du machen sollst. Dein Freund schaut dich entsetzt an und weiß auch nicht, wie das passieren konnte. Du nimmst dein Handy und rufst die Rettung. Sekunden scheinen wie Stunden zu vergehen, bis die Rettung endlich eintrifft. Mit der Rettung trifft auch die Polizei am Unfallort ein. Das erste, was man dich fragt: „Hast du etwas getrunken?“

 

Du weißt, was dich erwartet, doch das ist nur nebensächlich, denn deine Gedanken fixieren sich nur auf eines: Wie geht es deinem bewusstlosen Freund? Du möchtest zu ihm, aber sie lassen dich nicht, denn du musst einen Alkotest machen. Der ergibt 1,5 %o Alkoholgehalt in der Atemluft. Doch es ist dir egal, was mit dir passiert, du weißt schon lange, dass du Schuld bist, aber du weißt nicht, was mit deinem Freund ist. Später im Krankenhaus sagen dir die Ärzte, dass du nicht zu ihm darfst, da er im Koma liegt und nur die engsten Familienmitglieder zu ihm dürfen. Es ist 3 Uhr in der Früh und seine Eltern kommen ins Krankenhaus. Sie schauen dich entsetzt an, doch sie haben keine Zeit um sich mit dir zu beschäftigen, denn ihr Sohn liegt in der Intensivstation und kämpft um sein Leben. Dann holen dich deine Eltern vom Krankenhaus ab und bringen dich nach Hause.

 

Schlafen?

Essen?

Mit jemand darüber reden?

Was sollst du machen?

Was passiert mit deinem Freund?

Was für eine Strafe erwartet dich?

Musst du ins Gefängnis?

Was kommt auf dich zu?

Was musst du zahlen?

Wie trittst du mit den Angehörigen der Opfer in Kontakt?

 

Wir können deine Tat nicht ungeschehen machen, aber du kannst helfen, dass solche Unfälle nicht mehr passieren. Und: Wenn du bereit bist, anderen von deinem Unfall zu erzählen, hilfst du nicht nur Gleichaltrigen, sondern auch dir selbst!"

 

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